Das Fürstliche Gartenfest in Schloss Wolfsgarten Liga Luzi und ein Garten mit ganz viel Blau
ein Text von Markus Schaible aus dem Langener Anzeiger

Beim Fürstlichen Gartenfest auf Schloss Wolfsgarten findet garantiert jeder Besucher etwas für seinen Geschmack.

Heute kommen die Pflanzenkenner und die Frauen. Wenn sich um 10 Uhr die Tore von Schloss Wolfsgarten zum Fürstlichen Gartenfest öffnen, machen sie sich zielstrebig auf die Suche. „Die Kenner sind auf Raritäten aus, von denen die Züchter teilweise nur wenige Exemplare haben“, weiß Organisator Dr. Markus Miller. Die Frauen dagegen ziehen allein oder in kleinen Gruppen gezielt los, um etwas zu finden, was ihren Garten verschönert. Am Wochen-ende kommt dann „die breite Masse“ Paare und Familien, die sich treiben lassen, ihre Kinder vielleicht an einer der zahlreichen Stationen speziell für den Nachwuchs lassen, damit sie in aller Ruhe stöbern können.
Für jeden Gartenfreund ist etwas dabei — dies ist das Credo der Ausstellungs-macher vom Hause von Hessen. Dass das Team unter Leitung von Donatus Prinz von Hessen dabei Wert auf eine hohe Qualität der Aussteller legt, bedeutet nicht, dass Besucher nicht auch für kleines Geld schöne Dinge mit nach Hause nehmen können: Raritäten etwa aus dem Bereich der Stauden oder Kräuter müssen nicht teuer sein.
Auf jeden Fall bietet der Gang durch das Parkgelände jede Menge Inspiration: Schaugärten zum Beispiel wie den von Hildegunde Henrich. Die Landschaft-sarchitektin war bereits viermal in der HR-Sendung „Hessens schönste Gärten“ dabei und hat aktuell auch einen Bereich der Landesgartenschau gestaltet. Sechs Leute waren über eine Woche dabei, ihre Idee für das Gartenfest umzusetzen. Passend zum Sonderthema »Vergessene Gartenschätze — alte Sorten, Techniken und Traditionen“ hat sie einen Kleingarters im Stil des 19. Jahrhunderts entworfen — klar strukturiert und pflegeleicht.
Ebenfalls dem Sonderthema verschrieben hat sich der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN). „Auf unserer Welt gibt es 30000 Nutzpflanzenarten, die wir essen könnten. Aber heutzutage ernähren wir fünf Milliarden Menschen mit nur rund 150 Arten“, erläutert Anette Vinnen. Ziel des VEN sei es, möglichst viele der anderen zu finden und zu erhalten. ‘Auf dem Gartenfest können die Besucher einige kennenlernen, etwa den Salat Teufelsohr oder die Chili Lila Luzi.
Dass Apfelwein nichtgleich Apfelwein ist, werden die Gäste am Stand vom Schlosshotel Kronberg und dem Hotel Hessischen Hof erkennen: Die Lagen- und Jahrgangsweine von Andreas Schneider (Obsthof am Steinberg, Nieder-Erlenbach) wie die 2008er Cuvée aus Renette-Sorten sind zwar nicht ganz billig, aber auch besonders lecker.

 

Wolfskopf

Foto: www.nachelf.de




Das Fürstliche Gartenfest in Schloss Wolfsgarten

Der S.K.H. Langraf Moritz von Hessen verleiht dem Schaugarten "Blauer Garten" den golden Wolfskopf. Die Jury urteilte: "Für einen Schaugarten, der tradtitionelle Elemente der Gartengestaltung aufgreift und der modern interpretiert und außerdem qualitativ sehr hochwertig umgesetzt und ausgeführt wurde, wird der Firma August Fichter und dem Landschaftsarchitekturbüro Grün- und Stadtplanung der Sonderpreis Schaugärten verliehen."

 



Leserbrief zum Thema Skulpturenpark in Eschborn-Niederhöchstadt im Höchster Kreisblatt vom 30.08.2010
Neue Parkanlage in Niederhöchstadt – ein Bürgerpark entsteht.

Hier ist ein Park für Bürger im Entstehen, der auch nach und nach mit Skulpturen ausgestattet wird. Schön ist, dass diese Skulpturen im Entstehen beobachtet werden können, so wie es viele Bürger auch schon tun. Schade ist, dass immer dann wenn Veränderungen anstehen, sich die die gegen diese Veränderungen sind zu Wort melden, leider auch mit verdrehten oder falschen Fakten. Einige Leserbriefe dazu  wurden bereits abgedruckt, aber ich möchte nicht darauf eingehen. Zum Artikel von 26. 8.  nur so viel, es gab einen Ortstermin mit Herrn Schwammerl und Herrn Birkert  und es wurde im Anschluss die Planung in Teilen angepasst. Außer einer Fichte wurden keine Bäume gefällt. Dass nun die Parkidee zum Politikum wird ist eigentlich traurig.

Man könnte viele alte Parks benennen die für die Bevölkerung und die Tierwelt wertvolle Rückzugsräume bedeuten. Im Positiven sind diese Parks für jegliche Veränderungen wie z. B. Bebauungen tabu. So die vielen Parks in Frankfurt, die als Wiesenflächen längst einer Bebauung zugeführt worden wären. Auch entstand so die Idee des Regionalparks, die ebenso umstritten war und wo jetzt selbst die damals härtesten Kritiker per Rad und zu Fuß unterwegs sind.

Eine Parkfläche zu gestalten bedeutet immer auch eine Veränderung in der Topografie und so ist es nicht zu umgehen, das Flächen eine Veränderung erfahren.

Dort wo es möglich war, wurden die Wiesenflächen erhalten, obwohl sie als intensiv genutzte Fläche im Sinne des Naturschutzes nicht besonders wertvoll sind. In dem neuen Park wird es Wiesenflächen geben die öfter gemäht werden und für eine intensivere Nutzung zur Verfügung stehen. Über die Hälfte der neuen Wiesenflächen werden mit einer Mischung aus über 50 ein- und mehrjährigen Blumen und Kräuterarten eingesät. 38 Bäume und Solitärgeholze werden in Zukunft Schatten spenden und zur Luftreinhaltung beitragen. Rund 840 Gehölze, 570 Wildrosen, 2012 Stauden  und 9000 Zwiebelpflanzen sorgen für ein abwechslungsreiches Parkbild und sind zugleich wertvolle Bienen- und Insektenweide. Als Frau eines Imkers sind mir besonders diese Aspekte einer Pflanzung sehr wichtig. Als Beleuchtung der Parkwege wird eine insektenfreundliche Solarbeleuchtung installiert. Alles in allem bedeutet dieser entstehende Park eine immense Aufwertung des Areals für Mensch und Natur.

Hildegunde Henrich

 



Grün- und Stadtplanung liegt voll im Trend
Paradigmenwechsel im Garten: Individualismus ersetzt Konformität – Küchen- und Biogärtnern liegen im Trend

TOP 10 der Gartendtrens 2010
1. Der Küchengarten 
2. Der Biogarten 
3. Der Wohlfühlgarten 
4. Der künstlerische Garten 
5. Der Wildnisgarten 
6. Der soziale Garten 
7. Der Stadtgarten 
8. Der üppige Garten 
9. Der Kübel- und Topfgarten 
10. Der Gewächshausgarten 

>mehr Infos
>der gesamte Report

Auftraggeber des Global Garden Reports sind Husqvarna und Gardena. Die Studie wurde durch die internationale Forschungs- und Beratungsagentur Kairos Future aus Stockholm durchgeführt.

 


Höchster Kreisblatt vom 01.Juli 2010

Ein Park für jedermann

Der Frankfurter Palmengarten und der Park in Oberliederbach haben etwas gemeinsam: ihre Gestaltung durch den Frankfurter Landschaftsgärtner Franz Heinrich Siesmayer (1817 — 1900). 1000 Parkanlagen will Siesmayer gestaltet haben. Barbara Vogt hält rund 300 Projekte für realistisch. Diese und andere interessante Informationen aus dem Leben des wohl erfolgreichsten Landschaftsgärtners seiner Zeit präsentierte die Gartenhistorikerin bei einer Lesung im Park — und stellte dabei auch Siesmayers eher unbekanntes Projekt in Oberliederbach vor. Die Idee zu der Freiluftveranstaltung stammt von der Liederbacher Landschaftsarchitektin Hildegunde Henrich. Bis auf die aktuelle Diskussion sei der Park immer im Hintergrund geblieben, findet sie. „Ei­gentlich ist es aber ein Kleinod, das den Leuten gezeigt werden müsse.«
Die Absichten der Besucher, zu der Autorenlesung zu kommen, waren unterschiedlich. Der Großteil war am Wirken Siesmayers in Liederbach interessiert. „Ich gehöre zu den Leuten, die gegen eine Bebauungsänderung sind“, erklärte Elena Schneider. Mit ihrem Kommen wolle sie diese Meinung untermauern. Monika Luft findet es wichtig, dass die Bürger Veranstaltungen, die in der Gemeinde angeboten werden, auch wahrnehmen. Bis jetzt wusste die Liederbacherin nicht, dass die Anlage von dem Frankfurter Gartenkünstler erdacht wurde. Anders Jutta Erich: Sie kennt das Werk Siesmayers. Allerdings sei es nie in dieser Weise gewürdigt worden, sagte sie.

„Zeichen für die Politik“
Hildegunde Henrich möchte aber nicht nur die Bevölkerung auf den Wert des Parks aufmerksam machen. „Vielleicht ist es auch ein Zeichen für die Politik“, hofft die Landschaftsarchitektin. Wenn der Park im Bewusstsein der Leute angekommen ist, sei es schwer, dort etwas zu zerstören. Bürgermeisterin Eva Söllner verwies daher erneut auf die Position der Gemeinde. „Der Park wird Liederbachpark für jedermann bleiben.“ Der Teil, der für die Wirtschafts- und Handelsabteilung des chinesischen General konsulats eingezäunt werde, gehöre nicht zu Siesniayers Park. Als Autorin Barbara Vogt auf den Park in Oberliederbach aufmerksam gemacht wurde, sei ihr erster Gedanke pessimistisch gewesen, gestand die Gartenhistorikerin. „Es ist schon längst alles überbaut“, dachte sie. Doch nachdem auch ihr Kollege Albrecht Schal mit ihr über die Anlage gesprochen habe, sei sie nach Liederbach gekommen, um sich den englischen Park mit Blumenparterren anzusehen. Deutlich sei die Bodenmodellierung zu erkennen, verwies die Fachfrau auf die nicht ganz ebene Fläche des Parks und ein eindeutiges Handzeichen des Frankfurter Landschaftsgärtners. »Richtig erforscht ist es noch nicht“, sagte Vogt. (slk)

Das Buch "Siesmayers Gärten" ist im Societäts-Verlag erschienen und kostet 12,80 Euro (ISBN: 978-3-7973-1151-1)

 


Frau Henrich als Jurygruppenvorsitzende der Entente Florale Deutschland

Frankfurter Rundschau vom 07.Juli 2010


Punkte fürs Grün
Text: Ute Vetter
Foto: Monika Müller

Die Wettbewerbsjury der "Entente Floral" inspiziert die Stadt Hanau. Quasi im Schweinsgalopp — zu Fuß, per Bus, per Fahrrad — inspizierte eine achtköpfige Jury von Montagabend bis Dienstagnachmittag das öffentliche Grün der Stadt: Anlass ist "Entete Florale“. Hanau ist die einzige hessische Stadt, die an dem bun­des- und europaweiten Wettbe­werb „Unsere Stadt blüht auf“ teilnimmt. 2004 tat sie das letztmals und gewann eine Goldmedaille. Bemängelt wurde damals nur ein Gräberfeld auf dem Hauptfriedhof. „Das haben wir verschönert“, sagt Annerose Lösche vom Grünflächenamt. Bis zu sieben Stunden nehmen sich die Vertreter der Bewertungskommission Zeit, um Wettbewerber unter die Lupe zu nehmen und sich vor Ort ein Bild vom Bürgerengagement, den „grünen“ Qualitäten und der Stadtentwicklung zu machen. Die Tour, ausgetüftelt von Lösche, war schweißtreibend. Dennoch machte Hildegunde Henrich, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, aus Oberliederderbach, als Leiterin der Jury-Gruppe, einen zufriedenen Eindruck beim Pressetermin im Staatspark Wilhelmsbad. „Seit der LandesgartenSchau 2002 hat Hanau viel getan, alle& gut gepflegt und für die Bürger ausgebaut“, erklärte sie. Besonders das Straßengrün mit Blumenrabat­ten, immerhin rund 160 Kilometer, sei sehr gut gepflegt. Sie bedauert, dass die „Entente Florale“ in Hessen „stiefmütterlich“ behandelt werde. In Ost­deutschland etwa sei die Aufmerksamkeit wesentlich größer. Gründezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) betonte, die Teilnahme am Wettbewerb sei eine Art „Zwischenzeugnis“ für die Stadt. „Wir wollen uns ja nicht nur sozial und wirtschaftlich entwickeln, son­Bis zu sieben Stunden nehmen sich die Experten Zeit für die Bewertung

Die Jury-Experten aus den Berei­chen Garten- und Landschaftsbau, Stadtentwicklung, Grünplanung, Tourismus sowie kommunale Verwaltungen prüften Ha­naus wettbewerbsbeiträge, wie etwa den neuen Grünzug im Großauheimer Neubaugebiet Waldwiese, Bürgerparks, die Francoisgärten, die Kleingarten­anlage Alte May, den Tiefgarten, die Kinzigaue und die Alte Fasanene. Einmal staunte selbst Lösche nicht schlecht: „Die Firma Heraeus lud uns mittags in den Konzern-Garten ein. Beindruckend.“Städte können im öffentlichen, privaten und gewerbe Bereich punkten. Bewertet wird der Natur- und Umweltschutz, die Gartenkultur sowie der Gesamteindruck. Die Besichtigung schließt neben den Innenstädten auch Friedhöfe, Parks und Privatgärten sowie Grünzüge in Gewerbegebieten, Naturschutzprojekte, Planungskonzepte, Privatinitiatiyen und mehr ein. Die Wettbewerber präsentieren ihre Potenziale sowie Projekte und Gemeinschaftsaktionen. Am 24. August ist die Preisverleihung in Mainz.

 


Landschaftsarchitekten 04/2009:

Seit 10 Jahren blüht‘s auf
bdla-Juroren mit positiver Resonanz auf Wettbewerb »Entente Florale Deutschland« Text von Hildegunde Henrich und Dr. Rüdiger Kirsten

Ein Jubiläum steht ins Haus: der Wettbewerb »Entente Florale - Unsere Stadt blüht auf« wird zehn. Seit dem Jahr 2000 findet regelmäßig der Städte-wettbewerb in Deutschland statt. Der bdla ist seit Gründung des Komitees Entente Florale Deutschland in der Juryarbeit und später auch in Komitee aktiv beteiligt. Von Anbeginn dabei ist Dr. Rüdiger Kirsten, Landschaftsarchitekt bdla aus Erfurt, der auch seit fünf Jahren als Vorsitzender die über 30-köpfige Jury leitet. Seit dem vergangenen Jahr steht ihm Hildegunde Henrich, Landschaftsarchitektin bdla aus Liederbach am Taunus, als Stellvertreterin zur Seite. Beide sind auch die deutschen Vertreter in der Europajury dieses Wettbewerbs. Zieht man vor dem 10-jährigen eine Bilanz, so fällt diese durch Jurymitglieder für den bdla durchweg positiv aus. Die Grundsätze des Wettbewerbes fußen auf einer breiten bürgerschaftlichen Beteiligung. Letztendlich geht es in diesem Wettbewerb um die Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität in unseren Städten.

Dass gerade in diesem Zusammenhang Landschaftsarchitekten eine besondere Rolle einnehmen, ist unbestritten. Die Bilanz der erfolgreichen Teilnehmer weist fast ausnahmslos eine qualifizierte fachliche Beratung und Betreuung durch Ar­chitekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten aus. Viele Städ­te nutzen den Wettbewerb zur eigenen Positionsbestimmung und als Impulseber für weitreichende freiraumplanerische Projekte So sind Themen wie Konzepte Hr Bundes- und Landesgartenschauen genauso positiv durch den Wettbewerb befördert worden wie Stadtumbau und Sanierungskonzepte. Für die Weiterentwicklung des Wettbewerbes, auch im Rahmen des euro-päischen Vergleiches, ist es unablässig, dass Landschaftsarchitekten sich aktiv in die Stadtentwicklungsprozesse einschalten, um gemeinsam mit der Politik und Verwaltung das stetig steigende Engagement der Bürgerinnen und Bürger der Städte zu begleiten

Für das Wettbewerbsjahr 2010 bleibt zu wünschen, dass vie­le Städte und Gemeinden sich einer fachlichen Bewertung stellen. Landschaftsarchitekten können hierfür nicht nur als Impulsgeber die Städte motivieren sie können selbst als Fachbetreuer und Modoratoren den Städten hilfreich zur Seite stehen. Informationen sind unter www.entente-florale-deutschland.de zu finden.

Städte im eurepaweiten Wettbewerb
Die Entente Florale Europa, 1975 als britisch-französische Initia­tive gegründet, ist ein europaweiter Wettbewerb, an dem mittlerweile 12 europäische Staaten teilnehmen. Deutsche Städte beteiligen sich seit 1994. Teilnehmer sind zumeist die Gewinner der nationalen Wettbewerbe. In Deutschlandkommen sie aus den Wettbewerben »Unsere Stadt blüht auf« und »Unser Dorf hat Zukunft«, in Großbritannien aus »Britain in Bloom«, in Irland aus »Tidy Tcwns» und in Österreich aus dem »Blumenbüro Österreich«. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Vegetation und Landschaft, Umwelt, Freizeit und Tourismus sowie Sauberkeit der Städte. Biodiversität im Siedlungsbereich spielt eine immer grö­ßere Rolle im Wettbewerb und wird als Chance gesehen, die Durchgrünung der Städte deutlich steigern. Vielfältiges Grün verbessert die Luftqualität und das Stadtklima und bietet Möglichkeiten für Erholung, Spiel und Naturerleben. Hier liegt die Chance für die Landschaftsarchitekten, diesen Prozess zu fördern und zu begleiten.

Für die Städte bedeutet die Teilnahme am Europawettbewerb die Möglichkeit! die Stadt international zu präsentieren und gleichzeitig das Engagement aller Beteiligten und ehrenamtlichen Helfer anzuerkennen. Zur Medallienübergabe reisen Bürgermeister und Amtsleiter mit vielen beteiligten Bürgern in die jeweilige Stadt, wie die Zeremonie als großes Fest gefeiert wird und sich alle Städte präsentieren können.

Für Landschaftsarchitekten in Deutschland bietet sich hier an breites und lohnendes Betätigungsfeld. Gilt es doch, die Entscheidungsträger zu überzeugen und den großen Nutzen der Teilnahme darzustellen. Dies ist aber nur möglich, wenn wir auf die Kommunen, für die wir erfolgreich Auftragnehmer sind, zugehen und für den Wettbewerb begeistern. Allerdings müssen wir selbst zuvor davon begeistert sein.

Rüdiger Kirsten, Landschaftsarchitek bdla, Erfurt, Vorsitzender der Jury Entente Florale Deutschland

  Entente Florale


Gartenpraxis 11-2009 des Ulmer Verlages:

Gartenfest mit Gartendesign

„Das Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten“ in Langen nahe Frankfurt am Main fand 2009 in seiner dritten Auflage statt. Das Sonderthema „Design im Garten - Reizvolle Anblicke und Aussichten“ motivierte drei Gartendesignerinnen, kunstvolle, temporäre Schaugärten auf dem Schlossgartenareal zu realisieren, die auf großes Interesse stießen. Die Prämierungen mit dem „Wolfskopf“ in Gold, Silber und Bronze brachten auch Überraschungen. So ist in diesem Jahr die Verleihung der Ästhetik-Preise komplett entfallen.

Die Landschaftsarchitektin Hildegunde Henrich aus Liederbach bei Frankfurt gestaltete eine 100 m² große Fläche als Garten mit klaren Strukturen, Funktionen und einer Farbdominante in Rot: Pflanzkübel mit Buchskugeln, Fensterrahmen und eine Tür zur Landschaft sowie Sitzkissen auf den Mauern trugen den Signalton. Eine zentrale Rasenfläche, ein Terrasse am „Haus“ und ein zweiter Sitzplatz mit Blick zurück bildeten die Funktionsschwerpunkte, ergänzt durch ein Wasserbecken aus Corten Stahl als Konnektiv zwischen Terrasse und Rasen.

„Der Garten als Lebensraum rückt die Bedürfnisse seiner Nutzer in den Vordergrund. Ein gutes Design verbindet die Wünsche der Gartenbesitzer mit den natürlichen Gegebenheiten und arbeitete die Besonderheit des Ortes heraus. Eine großzügige, ablesbare Linienführung und klar geformte Flächen lassen den Garten optisch größer wirken“ erläutert die Architektin.

Der von Firma August Fichter GmbH aus Dreieich umgesetzte Entwurf  aus bewusst aufeinander abgestimmten Materialien wie Basaltlava, Kies, Holz und Corten Stahl, ergänzt mit sparsamen aber umso wirkungsvolleren Akzenten – hier in rot - realisierte den Designgedanken der Planerin: „Eine klare räumliche Gliederung liegt dem Entwurf zugrunde, die aus den Kontrasten von Intimität und Offenheit, pflanzlicher Fülle und architektonischen Formen zu jeder Tages- und Jahreszeit spannungsreiche Anblicke bietet.“

Bei der Prämierung wurde leider keiner der drei Gärten bei den ersten Preisen berücksichtigt. Hildegunde Henrich konnte jedoch in der Kategorie Presse-Preis einen Silbernen Wolfskopf gewinnen für „ein durchdachtes Gartenkonzept auf kleiner Fläche, übertragbar in jeden Reihenhausgarten mit wenigen Mitteln, stilvoll gestaltet." so die Jury.

Verfasser: Thomas Herrgen, Frankfurt am Main

> http://www.gartenpraxis.de/     > www.gartenfest.de

 


Sonntagszeitung vom 20.04.2008:

Das neue Gartenberatungsnetzwerk

Das Frühjahr ist Garten- und Pflanzzeit. Doch wie man am besten einen Garten gestaltet, die richtige Struktur findet, das überlassen die meisten Gartenliebhaber ihrem Instinkt. Der Rat der Fachleute wird selten eingeholt, die Vorstellung von zu hohen Architektenkosten schreckt sie in aller Regel ab. Deshalb haben sich bundesweit mehr als 700 Landschaftsplaner und Gartenarchitekten zusammengeschlossen und unter der Internetadresse www.gartenberatung.info ein Gartenberatungsnetzwerk gegründet, dass die Schwellenangst nehmen soll. "Beratung ist kein Luxus für Hausbesitzer, sagt Hildegunde Henrich, Landschaftsarchitektin aus Liederbach, die sich einen Namen als Gestalterin von Hausgärten gemacht hat. Sie und ihre Kollegen bieten zweistündige Beratungen bereits unter 300 Euro an. "Eine Planung ist wichtig, damit der Garten tatsächlich so wird, wie man es sich wünscht", sagt Henrich. Sie ist eine von mehr als 30 Fachleuten aus dem Rhein-Main-Gebiet, die sich dem Beratungsnetzwerk angeschlossen haben. (mch.)